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20 Jahre Humanistischer Verband Deutschlands

Meilensteine des praktischen Humanismus aus zwei Jahrzehnten.

Sieben Vereinigungen mit freireligiösen, freidenkerischen und humanistisch orientierten Traditionen haben sich vor 20 Jahren zum Humanistischen Verband Deutschlands – Bundesverband – zusammengeschlossen.

Heute gehören dem HVD Bundesverband elf Landesverbände in zwölf Bundesländern sowie eine Landesgemeinschaft und mehrere assoziierte Verbände an. Im Juni 2013 wird dem Bundesverband voraussichtlich ein Landesverband Baden-Württemberg beitreten.

Die Landes- und Regionalverbände, die den Bundesverband bilden, sind Träger von knapp 100 sozialen, kulturellen und pädagogischen Projekten und Einrichtungen. Sie unterstützen die Interessen von Menschen, die ihr Leben mit humanistischen Werten selbst bestimmen wollen. Ihre Mitglieder bieten Rituale zu den Eckpunkten des Lebens, wie der Geburt, dem Übergang ins Erwachsenleben, der Hochzeit und dem Tod.

Im HVD engagieren sich circa 20.000 Menschen in ganz Deutschland für eine humanistische und säkulare Gesellschaft. Er unterstützt den Jugendverband Junge Humanistinnen und Humanisten in Deutschland, der 1992 gegründet wurde.

Der HVD ist außerdem Mitglied der Internationalen Humanistischen und Ethischen Union (IHEU), die bei den Vereinten Nationen als Nichtregierungsorganisation akkreditiert ist und weltweit mehr als vier Millionen Humanisten repräsentiert, sowie der Europäischen Humanistischen Föderation (EHF).

Die Wurzeln reichen weit über die Geschichte des Bundesverbandes hinaus

Einige Landesverbände schauen dabei auf eine mehr als 150-jährige Vorgeschichte zurück, andere sind erst wenige Jahre alt.

Jeder Landes- und Regionalverband hat deshalb eine eigene, besondere Vergangenheit. Diese reicht wie die Wurzeln des säkularen Humanismus selbst teilweise weit über die Geschichte des Bundesverbandes hinaus.

Festakt im April würdigt das Jubiläum

Das Jubiläum des Bundesverbandes wurde am 13. April 2013 im Humanistischen Zentrum in Stuttgart mit einem Festakt gewürdigt.

Die Festrede hielt Silke Krebs, Ministerin im Staatsministerium Baden-Württemberg.

Eine Chronik gibt nun eine Übersicht über einige Meilensteine in den vergangenen zwei Jahrzehnten.

2012

Im Schuljahr 2011/2012 nehmen mittlerweile über 53.000 Schülerinnen und Schüler am Humanistischen Lebenskundeunterricht teil, der 1982 in Berlin eingeführt wurde.

YouTube: Humanistische Lebenskunde - was ist das?

In Berlin nimmt die erste Humanistische Fachschule für Sozialpädagogik (HFS) ihre Arbeit auf. Sie ist eine Humanistische Weltanschauungsschule mit reformpädagogischem Konzept und bietet ein dreijähriges Teilzeitstudium, das die Prinzipien des Humanismus in allen Lebensbereichen reflektiert.

In München-Solln öffnet die zehnte Kindertagesstätte des HVD Bayern ihre Türen. Weitere acht sind in Planung.

2011

Unser Verband ist aktiver Teil des Bündnisses „Der Papst kommt“, welches während des offiziellen Besuchs von Benedikt XVI. in Deutschland gegen die sexual- und geschlechterfeindliche Politik der katholischen Kirche protestiert. Rund 15.000 Menschen nehmen an den Demonstrationen und Kundgebungen am 22. September 2011 in Berlin teil.

2011

Ein gemeinsamer Landesverband Berlin-Brandenburg entsteht.

2011

Das Magazin „diesseits“, welches seit 1987 als „Zeitschrift für Humanismus und Aufklärung“ erscheint, erhält ein überarbeitetes, modernes Layout, wird um ein Online-Magazin erweitert und heißt heute „diesseits – Das humanistische Magazin“.

2010

Frieder Otto Wolf, habilitierter Philosoph und Politikwissenschaftler, wird amtierender Präsident des Bundesverbandes und 2011 von der Bundesdelegiertenversammlung in seinem Amt als Präsident bestätigt.

 

2009

Das Volksbegehren „Pro Reli“, das mit einer breit angelegten Kampagne das 2006 in Berlin eingeführte ordentliche Schulfach Ethik durch ein Wahlpflichtfach Ethik/Religion ersetzen wollte, scheitert. Der Humanistische Verband Deutschlands gehört zu den maßgeblichen Unterstützern des Bündnisses „Pro Ethik“, das sich gegen die Kampagne von kirchlich-konservativen Kräften einsetzt.

2009

In Berlin eröffnet das erste humanistische Hospiz LudwigPark, zur gleichen Zeit nimmt der interkulturelle Hospizdienst Dong Ban Ja seine Arbeit auf.

2009

Die erste humanistische Kita in Hannover wird eröffnet. Zwei weitere Kitas eröffnen wenige Monate später.

2008

Der HVD Bundesverband wird Gründungsmitglied des in Berlin gegründeten Koordinierungsrates säkularer Organisationen.

2008

Im fränkischen Fürth eröffnet die erste Humanistische Grundschule als freie Privatschule des HVD Nürnberg mit 100 Schul- und Hortkindern.

2008

Die ersten zwei humanistischen Familienzentren in Trägerschaft des HVD Berlin werden eröffnet.

2007

Humanistische Lebenskunde wird in Brandenburg als freiwilliges Schulfach eingeführt.

2007

Das Humanistische Sozialwerk Bayern wird gegründet, dessen Aufgabe die Entwicklung sozialer Dienstleistungen auf Grundlage einer weltlich-humanistischen Ethik und die Förderung einer weltlich-humanistisch ausgerichteten sozialen und kulturellen Arbeit, insbesondere auf dem Gebiet der Erziehung und Bildung ist.

2007

Umbenennung der Freien Humanisten Niedersachsen in HVD Niedersachsen und Gründung des Humanistischen Sozialwerks Norddeutschland.

2007

In Berlin nimmt das „Berliner Herz“, ein ambulanter Kinderhospizdienst in Trägerschaft des HVD Berlin, seine Arbeit auf. Hier stehen 120 Familien mit lebensbegrenzend erkrankten Kindern 110 Familienbegleiter/Innen zur Seite.

2006

Gründung der Humanistischen Akademie Deutschland (HAD), ein Zusammenschluss von natürlichen und juristischen Personen, darunter die Humanistische Akademie Berlin, die Humanistische Akademie Niedersachsen und die Humanistische Akademie Bayern.

Die HAD veranstaltete bis heute zahlreiche Tagungen und Konferenzen zu Themen der Kulturgeschichte des Humanismus, der Konfessionsfreien in Deutschland, des Laizismus, der Sterbe- und Suizidbegleitung. Die Bundesakademie gibt ebenso wie die Landesakademien eine eigene Schriftenreihe und die Zeitschrift „humanismus aktuell“ heraus.

2006

Die Humanismus Stiftung Berlin wird gegründet, welche die Förderung von humanistischer Weltanschauung, Erziehung und Bildung, Kultur und sozialer Dienste zum Ziel hat. Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister von Berlin, würdigt die Gründung mit einer Grußbotschaft.

2006

Übernahme der Trägerschaft für die Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland in Kooperation mit der Giordano-Bruno-Stiftung.

2004

Horst Groschopp, habilitierter Kulturwissenschaftler und Publizist, wird zum Bundesvorsitzenden des Humanistischen Verbandes Deutschlands gewählt.

2003

Das wissenschaftliche Hands-on-Museum turmdersinne eröffnet in Nürnberg. Während der darauffolgenden zehn Jahre zählt das Museum insgesamt mehr als 275.000 Besucherinnen und Besucher. Weitere Ausstellungskonzepte wie die tourdersinne und die boxdersinne werden entwickelt und werden zum Erfolg.

 

2000

Die Freien Humanisten Niedersachsen treten dem Bundesverband bei.

2000

Rolf Stöckel, SPD-Politiker und von 1998 bis 2009 Mitglied des Deutschen Bundestages, wird zum Bundesvorsitzenden des Humanistischen Verbandes Deutschlands gewählt.

1999

In Berlin wird V.I.S.I.T.E., ein ambulanter Hospizdienst und Palliativberatung des HVD, gegründet. Heute sind in diesem Projekt etwa 50 ausgebildete Sterbebegleiter tätig, die in den vergangenen 12 Jahren mehr als 1000 Sterbende in ihrer letzten Lebensphase ehrenamtlich unterstützt haben.

1998

Der HVD Nürnberg, heute HVD Bayern, tritt dem Bundesverband bei.

1997

Humanistische Trauung auch für gleichgeschlechtliche Paare in Niedersachsen. Die Freien Humanisten setzen sich von der Diskriminierung der Kirchen ab und führen ihre Humanistische Trauung auch für schwule und lesbische Paare durch. Seit der staatlichen Einführung der "Eingetragenen Partnerschaft" ist diese Voraussetzung für die Durchführung der Zeremonie.

1997

Gründung der Humanistischen Akademie Berlin, dem rechtlich selbstständigen Bildungs- und Studienwerk des Humanistischen Verbandes Berlin.

1995

In Berlin eröffnet die erste humanistische Kindertagesstätte in Trägerschaft des HVD Berlin. Heute gibt es über 23 Kindertagesstätten in Trägerschaft des HVD in Berlin und Brandenburg, in denen täglich mehr als 2.500 Kinder betreut werden.

1995

Jürgen Springfeld wird zum Bundesvorsitzenden des Humanistischen Verbandes Deutschlands gewählt.

1995

In Nürnberg wird der turmdersinne, eine interaktive Erlebnisausstellung zur wissenschaftlich fundierten Auseinandersetzung mit den Phänomenen der Wahrnehmung, entwickelt. Drei Jahre später veranstaltet der „turmdersinne“ sein erstes populärwissenschaftliches Symposium, dem jährliche Veranstaltungen mit jeweils zahlreichen renommierten Referenten und mehreren hundert Besuchern nachfolgen.

1994

In Nürnberg eröffnet die erste humanistische Kindertagesstätte Deutschlands.

1993

In Berlin wird die Bundeszentralestelle Patientenverfügung gegründet, die erste Hinterlegungs- und bundesweit tätige PV-Beratungsstelle in Deutschland.

1993

In Berlin wird der Humanistische Verband Deutschlands als Bundesverband gegründet. Im überparteilichen Bundesverband schließen sich Organisationen, Initiativen und Einzelpersonen aus  Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Sachsen-Anhalt mit dem Ziel zusammen, eine Interessenvertretung für die wachsende Zahl von Menschen zu schaffen, die sich keiner religiösen Weltanschauung verbunden fühlen. Die Mitglieder setzen sich für Weltlichkeit, Selbstbestimmung, Freiheit, Gleichheit und Toleranz ein.

Erster Bundesvorsitzender ist Klaus Sühl, promovierter Politikwissenschaftler und späterer Staatssekretär in Mecklenburg-Vorpommern.