Skip to main content

Gerade jetzt ist es wichtig, dass wir uns zeigen

20. Juni 2016

Grußwort der IHEYO-Vorsitzenden Marieke Prien zum internationalen humanistischen Feiertag am 21. Juni 2016.

Für mich ist klar: Humanismus ist das, was die Welt braucht. Und engagierte Humanist*innen sind auf der ganzen Welt zu finden. Dabei sehen die Voraussetzungen und konkreten Arbeitsbereiche sehr verschieden aus, was auf erschreckende Weise zeigt, wie viele Probleme sich dem Humanismus in den Weg stellen.

Marieke Prien ist Studentin der Kognitionswissenschaft an der Universität Osnabrück.

Beispiele sind der Einsatz für eine würdige Flüchtlingshilfe in Deutschland, der Kampf gegen Hexenverfolgung in Ghana oder die Kampagnen in Nepal gegen Traditionen wie die Ernennung der Kindergöttin Kumari, die als Kleinkind auserwählt wird und ein unfreies Leben führen muss.

Dabei ist eines überall gleich: Es wird gegen Unterdrückung, Ungerechtigkeit und Dogmatismus und für Freiheit, Gleichheit und Selbstbestimmung gekämpft.

Leider ist dieser Kampf manchmal im wahrsten Sinne des Wortes lebensgefährlich. Man denke nur an die Ermordungen von atheistischen und humanistischen Aktivist*innen in Bangladesh und Pakistan oder den Fall von Raif Badawi, einem saudischen Blogger, der unter dem Vorwurf der Apostasie vor mittlerweile vier Jahren festgenommen wurde und öffentlich ausgepeitscht wird.

Gerade deshalb ist es wichtig, dass wir Humanist*innen der Welt zeigen, dass wir da sind. Dass wir so etwas nicht dulden und etwas dagegen unternehmen. Jetzt erst recht.

Dafür müssen die humanistischen Organisationen grenzübergreifend zusammenarbeiten. Das passiert auch schon, aber es gibt immer Luft nach oben. Der World Humanist Day ist eine tolle Gelegenheit, sich der internationalen Gemeinschaft bewusst zu werden und sie zu stärken.

Was ist los zum 21. Juni 2016?

Besuchen Sie www.welthumanistentag.de, um eine Veranstaltung in der Nähe zu finden.

---

Marieke Prien ist im Rahmen der jährlichen Generalversammlung der Internationalen Humanistischen und Ethischen Jugendorganisation (IHEYO) am 21. Mai 2016 zur neuen Vorsitzenden gewählt worden. Die 25-jährige Studentin aus Hannover studiert Cognitive Science (Kognitionswissenschaft) an der Universität Osnabrück und ist seit 2005 bei den Jungen Humanisten in Niedersachsen aktiv gewesen, sowie seit mehreren Jahren beim Bundesverband der Jungen Humanistinnen und Humanisten in Deutschland. Im internationalen Bereich hat sich Marieke Prien seit 2012 engagiert.

Zur Wahl als neue IHEYO-Vorsitzende sagte sie: „Ich glaube, dass der Humanismus in jeder Person steckt und zum Vorschein kommt, wenn man ihm die Möglichkeit dazu gibt. Bei vielen Menschen gestaltet sich das aber schwierig, beispielsweise durch eine von Kriminalität oder dogmatische Weltansichten geprägte Lebensrealität. Menschen die Tore zum Humanismus zu öffnen und sie dabei zu unterstützen, ihn zu leben, ist sowohl ein Ziel von mir persönlich als auch von der IHEYO. Meine neue Position in der Organisation bringt mich in die bestmögliche Lage, für dieses Ziel zu arbeiten.“

www.iheyo.org