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Gleichbehandlung bei universitären Ausbildungsgängen

11. September 2013

WAHLPRÜFSTEIN ZUR BUNDESTAGSWAHL 2013

An fast allen Universitäten gibt es Lehrstühle zur christlichen Theologie bzw. zur Religionslehrerausbildung. Im Sinne der Gleichbehandlung wurden mittlerweile auch für Juden und Muslime ähnliche universitäre Ausbildungsgänge eingerichtet bzw. sind geplant.

Wir wollen wissen:

a. Unterstützen Sie die Forderung, dass im Sinne der Gleichbehandlung auch für die Humanistischer Lebenskunde entsprechende universitäre Ausbildungsgänge eingeführt werden?

b. Werden Sie sich im Rahmen landesrechtlicher Regelungen für die Einrichtung solcher universitärer Ausbildungsgänge einsetzen?

ANTWORT VON DIE LINKE

a. Ja.

b. Ja.

ANTWORT | BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Wir leben in einer pluralen Gesellschaft, in der Menschen mit den verschiedensten religiösen und weltanschaulichen Orientierungen leben. Diese Pluralität soll ihren Niederschlag auch in Schule und Hochschule finden. Deshalb befürworten wir Angebote mit unterschiedlicher Ausrichtung und die dafür notwendigen institutionellen, organisatorischen und personellen Voraussetzungen. Die konkrete Ausgestaltung etwa in philosophischen Fachbereichen bleibt aber den Hochschulen und Fachgemeinschaften überlassen.

ANTWORT | PIRATENPARTEI

Solange die Sonderstellung der christlichen Kirchen in diesem Punkt besteht, müsste nach dem Grundsatz der Gleichbehandlung eine vergleichbare Ausbildung für andere Glaubensschulen und die humanistische Weltanschauung geschaffen werden. Um eine strikte Trennung von staatlichen und religiösen Belangen zu erreichen, sollten die christlichen Kirchen ihre religiöse Ausbildung selbst finanzieren und durchführen. Die aktuelle Regelung, wonach die gesamte Gesellschaft finanziell für die religiösen Ausbildungen aufkommt, aber die Kirchen über Inhalte und Zulassungen zur Lehrtätigkeit frei entscheiden dürfen, ist in einem säkularen Staat nicht zu rechtfertigen.

ANTWORT | CDU/CSU

CDU und CSU bekennen sich zur Unabhängigkeit der Wissenschaft bzw. zur Freiheit von Forschung und Lehre an den Hochschulen, so wie sie im Grundgesetz festgelegt ist. Zudem respektieren wir die Selbstverwaltung der Hochschulen, die in den jeweiligen Landeshochschulgesetzen garantiert wird.

ANTWORT | FDP

a) Um den Bedarf an qualifizierten Lehrkräften zur Unterrichtserteilung abdecken zu können, ist ein an-gemessenes Angebot an Lehramtsstudiengängen mit entsprechender Schwerpunktsetzung und den da-zugehörigen Studienplatzkapazitäten zwingend erforderlich. Allerdings sind der Landesgesetzgeber bzw. die Hochschulen für die Bereitstellung der Mittel bzw. Ausgestaltung des Angebots zuständig. Den Aus-bau der Studienkapazitäten unterstützen wir über die Fortführung des Hochschulpakts 2020, der den Hochschulen zusätzliche 18 Mrd. Euro einbringt.

b) Die FDP setzt sich dafür ein, dass der Personalbedarf an Schulen durch qualifizierte Pädagogen abgedeckt werden kann. In diesem Kontext werden wir auf Landesebene dafür kämpfen, dass die Hochschulen die hierfür notwendige finanzielle Unterstützung erhalten. Gleichwohl sei darauf hingewiesen, dass sich die Bedarfslagen aufgrund der sehr unterschiedlichen Ausgangslagen variieren.

ANTWORT | SPD

a. Es steht den Bundesländern und Hochschulen frei, ihre Hochschulangebote und universitären Ausbildungsgänge entsprechend landesrechtlicher Regelungen und örtlicher bzw. regionaler Bedarfe zu gestalten.

b. Ob die Einrichtung universitärer Ausbildungsgänge für Humanistische Lebenskunde möglich, nachgefragt und sinnvoll ist, kann von den Bundesländern und Hochschulen im Einzelfall geprüft werden.