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Humanisten unterstützen „March for Science“

5. April 2017

Am 22. April 2017 wollen weltweit Menschen auf die Straße gehen, um gemeinsam daran zu erinnern, dass wissenschaftliche Erkenntnisse als Grundlage des gesellschaftlichen Diskurses nicht verhandelbar sein dürfen.

Die Aufrufe zum „March for Science“ sind auch vom Präsidenten des Humanistischen Verbandes Deutschlands, Frieder Otto Wolf, ausdrücklich begrüßt worden. Die Förderung und Verteidigung der Wissenschaft ist ein zentrales Anliegen für moderne Humanistinnen und Humanisten, sagte er.

Mit dem „March for Science“ wenden sich Menschen in zahlreichen Ländern gegen die zunehmende Verbreitung von sogenannten „Fake News“ und „alternativen Fakten“. Auch in Teilen der deutschen Gesellschaft hat nicht nur die Leugnung des Klimawandels, der Evolution oder des Nutzens von Impfungen an Popularität gewonnen. In anderen Themenbereichen werden ebenfalls wissenschaftlich fundierte Tatsachen geleugnet, relativiert oder sogenannte „alternative Fakten“ als gleichwertig gegenüber gestellt, um daraus politisches Kapital zu schlagen und dem konstruktiven Dialog den Boden zu entziehen. „Da aber der konstruktive Dialog eine elementare Grundlage unserer Demokratie ist, betrifft eine solche Entwicklung nicht nur Wissenschaftler/innen, sondern unsere Gesellschaft als Ganzes“, erklärt das deutsche Netzwerk für den „March for Science“, der am 22. April 2017 auch in vielen Städten der Bundesrepublik stattfinden soll. Im Aufruf zum „March of Science“ in Berlin heißt es, die Unterstützerinnen und Unterstützer wollen damit „die Bedeutung von Erkenntnissen und überprüfbaren Ergebnissen der Forschung für unsere Gesellschaft stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken. Wissenschaft und Forschung sind Säulen von Freiheit und Wohlstand.“ Wissenschaft und Forschung hätten sich in den vergangenen Jahrhunderten zu einem zentralen Baustein unserer Zivilisation entwickelt und das stetig wachsende Wissen mache die Menschheit zukunftsfähig. „Anti-Trump ist uns zu kurzsichtig“, heißt es im Berliner Aufruf weiter, und: „Die Wissenschaftsfeindlichkeit eines bildungsfernen Präsidenten ist nur Ausdruck einer gesellschaftlichen Strömung, die wissenschaftliche Fakten und sicheres Wissen denunziert. Wir sind für die Wissenschaft und Forschung als zivilisatorische Errungenschaft, die für unsere offene Demokratie unabdingbar ist.“

Ausdrücklich sind auch alle Menschen zu den Demonstrationen eingeladen, die nicht beruflich oder anders als Wissenschaftlerin bzw. Wissenschaftler tätig sind. Alle, denen Wissen und wissenschaftliches Denken als elementare Grundlage für informierte Entscheidungen im privaten wie im öffentlichen und politischen Bereich wichtig ist, sind zur Teilnahme an einem „March for Science“ aufgerufen.

Der Präsident des Humanistischen Verbandes Deutschlands ruft darum ebenfalls dazu auf, sich an einer der zahlreichen Kundgebungen am 22. April 2017 zu beteiligen: „Moderner Humanismus kann nicht ohne Aufklärung auskommen, Aufklärung nicht ohne Wissenschaft. Auch wenn Wissenschaft alleine noch keine umfassende Aufklärung leistet – wie einzelne Natur- und Geisteswissenschaftler/innen dies leider gelegentlich exemplifizieren – ist die Förderung und Verteidigung der Wissenschaft ein zentrales Anliegen aller Menschen, die moderne humanistische Auffassungen vertreten. Das Anliegen des ‚March of Science‘ ist von großer Bedeutung für unsere globale Gesellschaft und ich wünsche mir, dass dessen Stimmen ganz breit und nachhaltig Gehör finden“, so Frieder Otto Wolf.

Weiterführende Informationen

Website des deutschen „March-for-Science“-Netzwerks einschließlich einer Übersicht zu den lokalen Initiativen: www.marchforscience.de