Die Lust und Last mit dem Fleisch
Spätestens seit Jonathan Safran Foers Buch „Tiere Essen" kommt kaum noch jemand um die Erkenntnis herum, dass die gesellschaftliche Lust auf Fleisch Haltungs- und Schlachtungsbedingungen erfordert, die ethisch schwer vertretbar sind. Die industrielle Tierhaltung hat aber auch verheerende Konsequenzen, die mit dem Leid vieler Schlachttiere gar nichts zu tun haben. Auch um dieses Wissen kann man sich heute kaum noch drücken. Aber müssen Humanisten, die der Erkenntnis eine wesentliche Rolle für das Verständnis ihrer Rolle in der Welt einräumen, nun zu Vegetariern werden? Oder kann man auch eine alternative Haltung zum Fleischkonsum entwickeln, die dieser Erkenntnis nicht aus dem Weg geht, der Lust nach Fleisch aber Raum gibt? Diesen und anderen damit verbundenen Fragen spürt die aktuelle Ausgabe des Magazins für weltlichen Humanismus „diesseits“ nach. Der Philosoph und Ernährungsethiker Thomas Mohrs meint, dass sich eine vegetarische oder zumindest fleischarme Ernährung aus der praktischen Vernunft ergebe. Jan Spielhagen, Chefredakteur des Magazins BEEF! hingegen meint, dass man auch heute Fleisch noch mit Genuss verzehren kann. Und was meinen eigentlich renommierte Autoren? Eine Bücherschau zum Thema verschafft einen Einblick. Und auf der Kinderseite macht der Pädagoge Hans-Joachim Müller Vorschläge, wie man mit Kindern über den Vegetarismus reden kann.
Im neuen diesseits-Magazin stellt sich Fernsehmoderator Michel Friedman unseren Fragen. Unter anderem wollten wir wissen, ob er Atheist ist. Eine Aussage im evangelischen Magazin Chrismon ließ dies vermuten. Rolf Schwanitz, bekennender Atheist im Bundestag, wertete für diesseits die Rede des Papstes im Parlament aus und Anna Ignatius erklärt im Interview, warum sie für einen Ethikunterricht in Baden-Württemberg vor Gericht zog.
Im aktuellen Magazin blicken wir auch über Deutschlands Grenzen hinaus. Was heißt es eigentlich in Polen, humanistisch aktiv zu sein? Und welche Angebote werden dort unterbreitet? Dies erklärt der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Polnischen Verbandes der Rationalisten, Andrzej Wendrychowicz. Auf der anderen Seite Deutschlands, in Brüssel, vollzieht sich aktuell ein diplomatischer Skandal. Die Verantwortlichen in den europäischen Institutionen tun alles, um nicht mit den Europäischen Humanisten zu sprechen, während sie sich weiterhin artig mit den Kirchenvertretern treffen. diesseits klärt auf und hat den kompletten Vorgang dokumentiert.
Außerdem sind in der Ausgabe 4/2011 viele Lesetipps für kalte Winter- und geruhsame Feiertage. Die aktuelle Ausgabe können Sie ab sofort mit einer E-Mail an abo@diesseits.de für 4,25 Euro im Monat bestellen.
