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Neue Plattform für Frauenrechte

20. Januar 2012

Internationale Initiative fördert Selbstbestim-
mungsrechte schwangerer Frauen

Die belgische Organisation Centre d'Action Laïque (deutsch: Zentrum für laizistische Aktion) hat gemeinsam mit knapp 20 weiteren Vereinigungen aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden eine neue Plattform zum Schutz zentraler Frauenrechte initiiert.

Die Plattform für das Recht auf Abtreibung will sich international koordiniert für das natürliche Recht von Frauen einsetzen, über eigene Schwangerschaften selbst zu bestimmen. Die Plattform ist eine Reaktion auf die zunehmenden Versuche religiös geprägter Organisationen, die Freiheit zum Schwangerschaftsabbruch per Gesetz einschränken zu lassen oder sie durch Kampagnen in der Öffentlichkeit gesellschaftlich zu ächten.

Die Plattform hat deshalb eine Charta formuliert, mit dem sie die demokratischen Freiheiten auf dem Gebiet der allgemeinen Gesundheit und die Chancengleichheit bekräftigen möchte. Die Charta bezeichnet den Zugang zu entsprechenden medizinischen Einrichtungen als Grundrecht, der für alle Frauen geografisch, finanziell oder in sonstiger Weise verfügbar sein muss. Gefordert werden ferner Aufklärungsaktionen für die Öffentlichkeit und die Gewährleistung von Aufklärung im Bildungswesen, um freie und einsichtige Entscheidungen möglich zu machen. Betont werden auch Wichtigkeit einer entsprechenden Qualifikation von medizinischem Personal sowie die Entscheidungsfreiheit.

Die Charta der Plattform für das Recht auf Abtreibung kann auch online unterzeichnet werden. Am 24. März 2012 soll zudem eine erste Demonstration in der belgischen Hauptstadt Brüssel auf die hohe soziale Relevanz des kontroversen Themas aufmerksam machen.

Hintergrund
Als eine Ursache für Bestrebungen, zentrale Frauenrechte im Bereich der reproduktiven Gesundheit einzuschränken oder gegen die verständige Wahrnehmung solcher Rechte durch Frauen aktiv zu werden, wirkt unter anderem die von der christlichen Religion geprägte Auffassung, jede befruchtete Eizelle stelle in ethischer Hinsicht bereits einen Menschen dar, über dessen Behandlung nur noch ein Gott verfügen darf. Organisationen für die Verbreitung entsprechender Ansichten treten zunehmend als sogenannte „Lebensschutz"- bzw. „Lebensrechts"-Bewegungen in der Öffentlichkeit auf. Die meisten der von diesen Gruppen vertretenen Ansichten sind wissenschaftlich nicht belegt oder nicht belegbar sowie philosophisch nicht plausibel zu begründen. Durch dramatisierende und vereinfachte Darstellungen erhalten sie trotzdem eine wachsende Aufmerksamkeit.