Weg frei für die zweite Humanistische Schule
Bremer Schulbehörde muss Humanistische Schule zulassen. Urteil des Verwaltungsgerichts Bremen folgt Gleichbehandlungsgrundsatz.
Der Humanistische Verband Deutschlands (HVD) freut sich über das Urteil des Bremer Verwaltungsgerichts (VerwG) vom 26. Februar, das die geplante Humanistische Schule zweifelsfrei als Weltanschauungsschule für den Humanismus anerkannt hat. Der im Grundgesetz gesicherte Gleichbehandlungsgrundsatz mit anderen Bekenntnisorganisationen bleibt somit gewahrt. „Der Gründung der zweiten Humanistischen Schule in Deutschland steht damit nichts mehr im Weg“, sagte der amtierende Präsident des HVD Prof. Frieder Otto Wolf nach der Verkündung des Bremer Urteils.
Der Humanistische Verband plant, wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, die Aufnahme des Schulbetriebes in Bremen für das Schuljahr 2010/2011. Im bayrischen Fürth gibt es bereits eine weltlich-humanistische Schule. Die Gründung weiterer solcher Schulen in Berlin und München ist schon in Planung.
Das Bremer Verwaltungsgericht widersprach unter dem Vorsitz von Richterin Anette Ohrmann den Einwänden der städtischen Schulbe¬hörde deutlich. Die Humanistische Schule sei zweifelsohne eine Welt¬anschauungsschule für den Humanismus. Die Genehmigung zur Gründung einer Bekenntnisschule sei den Initiatoren aus nicht nachvollziehbaren Gründen versagt worden, hieß es während der mündlichen Verhandlung. Bremens Schulbehörde hatte den Antrag des HVD Bremen auf Schulgründung i.S. des Art. 7 Abs. 5 GG abgelehnt. Aus unerfindlichen Gründen war die Behörde zu der Ansicht gelangt, bei der geplanten Humanistischen Schule handele es sich nicht um eine weltanschauliche Bekenntnisschule. Der Urteilsspruch widersprach dieser Einschätzung deutlich. Das Urteil kann nicht mehr angefochten werden.
Der HVD fordert nun besonders die Bremer Schulbehörde, aber auch alle anderen Schulbehörden bundesweit auf, in eine respektvolle und kooperative Zusammenarbeit mit dem HVD als Initiator Humanistischer Schulen überzugehen und der Einrichtung solcher Weltanschauungsschulen keine Steine in den Weg zu legen.
Humanistische Schulen verstehen sich als weltanschauliche Alternativen zu den kirchlichen Privatschulen, aber auch zu den öffentlichen Schulen. Im Mittelpunkt ihres Vorhabens steht der weltliche Humanismus, unter dessen Leitbild in einem ganzheitlichen Konzept werteorientierte Bildung ohne religiöse Bezüge vermittelt wird.
Thomas Hummitzsch
