Alternative zu Konfirmation und Kommunion
Humanistischer Verband Deutschland bereitet in Fürth etliche junge Menschen auf die Jugendfeier vor
FÜRTH - Für viele Eltern sind Kommunion oder Konfirmation Meilensteine im Leben ihrer Kinder. Wie aber feiern Familien, die keiner Religion angehören? Mit der Jugendfeier bietet der Humanistische Verband Deutschland (HVD) seit Jahren eine Alternative an. In Fürth trafen sich nun 58 Mädchen und Jungen, die sich ein halbes Jahr lang auf ihre Jugendfeier vorbereiten werden.
Die Stimmung beim ersten Treffen ist entspannt - oder vielmehr „gechillt", wie es Jugendliche heute gerne sagen. Im Humanistischen Haus für Kinder in der Fürther Flößaustraße ist heute „Gruppenfindung" angesagt, schließlich sehen sich viele hier zum ersten Mal. Die meisten kommen aus dem Großraum Nürnberg - fünf davon aus Fürth - aber auch zwei aus München und Ingolstadt.
„Es sind vor allem wache Jugendliche, denen es wert ist, so etwas zu machen", charakterisiert Sozialpädagogin Anita Häfner, Jugendreferentin beim HVD, die Teilnehmer. Die 52-Jährige leitet die Vorbereitung auf die Jugendfeier. Unterstützt wird sie von einem pädagogischen Mitarbeiter und den „Jungen Humanisten". Sechs Monate lang werden sich die Mädchen und Jungen regelmäßig treffen. Sie werden einiges über den Humanismus lernen, auf dem Programm stehen aber auch Themen wie Religion, Kunst und Kultur sowie Unternehmungen im Freien. Höhepunkt ist eine einwöchige Fahrt nach Berlin mit Reichstags-Besuch.
„Wir werden jedes Jahr von einem anderen Politiker eingeladen", sagt Häfner. Das Parteienspektrum reicht von links bis christsozial. Heuer ist es Christian Schmidt, Parlamentarischer Staatssekretär von der CSU. „Da können dann durchaus Reibungspunkte in der Weltanschauung bestehen", fügt die Jugendbeauftragte hinzu. Humanismus definiert sie so: „Der Mensch darf aus den Zwängen ausbrechen, seinen eigenen Gedanken vertrauen, und das in sozialer Verantwortung und ohne eine höhere Macht."
