Christinnen vereint im Schulterschluss gegen die PID
ÄrztInnen und HumanistInnen sind für das Verfahren | Stellungnahme des Ethikrats steht noch aus zwd Berlin
(bm). Die Evangelischen Frauen in Deutschland (EFiD), der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) und die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) haben sich am 23. Februar bei einem parlamentarischen Frühstück in Berlin mit der möglichen Erlaubnis der Präimplantationsdiagnostik (PID) auseinander gesetzt. Alle drei Verbände befürworten ein absolutes Verbot des umstrittenen Verfahrens. „Auch die PID gibt keine Garantie für ein gesundes Kind", so die Vorsitzende der EFiD, Brunhilde Raiser.
Es sei ein Trugschluss zu glauben, sie erspare den betroffenen Frauen weitere vorgeburtliche Untersuchungen und einen möglichen Schwangerschaftsabbruch, ergänzte Raiser.
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Verbot fördert nur „PID-Tourismus"
Der Humanistische Verband Deutschlands und Pro Familia treten beide für eine Erlaubnis der PID ein. Auch die Ethikkommission der Giordano-Bruno-Stiftung befürwortet eine Öffnung des Diagnoseverfahrens. Angesichts der Möglichkeit, eine PID in anderen europäischen Ländern durchführen zu lassen, würden ein Verbot ohnehin nur jene BürgerInnen betreffen, die sich dies nicht leisten könnten, sagten VertreterInnen der Stiftung. Bereits jetzt gibt es einen regen „PID-Tourismus" nach Frankreich, Großbritannien und Belgien.
Für eine Öffnung der PID setzt sich außerdem der Interessenverband der Gynäkologen ein. Auch die Bundesärztekammer (BÄK) plädiert für eine Erlaubnis des Diagnoseverfahrens. BÄK-Präsident Jörg-Dietrich Hoppe hatte Ende Dezember letzten Jahres verlauten lassen, das auf dem Ärztetag 2002 beschlossene Verbot werde nicht weiter bestehen können.
