"diesseits": HVD startete neues Online-Magazin
„Künftig wollen wir mit ‚diesseits‘ dem weltlichen Humanismus in Deutschland eine starke Stimme geben." Mit diesen Worten ging das neue Online-Magazin des Humanistischen Verbands Deutschland nach langer Planung online.
Das Magazin der Humanisten hat sich nun von seinen Wurzeln emanzipiert und möchte zukünftig als Zeitschrift für das gesamte säkulare Spektrum akzeptiert werden. Beim Start im evolvierten Antlitz kann die „diesseits" mit bemerkenswerten Inhalten aufwarten.
Der Relaunch von „diesseits" komplettiert das Trio von säkularhumanistischen Plattformen im Internet. Neben dem Humanistischen Pressedienst und den Publikationen der Humanistischen Akademie Deutschland will der HVD nun zukünftig leichter eigene Inhalte der breiten Öffentlichkeit vorlegen, um Ideen und Ereignisse der säkularen Gesellschaft vorzustellen.
Der Mut, auch schwierige Themen anzusprechen, blieb dabei vorläufig nicht auf der Strecke. Mit dem Titelthema widmet sich der Chefredakteur Thomas Hummitzsch gleich einem heißen Eisen in der Debatte unter den Humanistinnen und Humanisten in Deutschland.
„Die spinnen, die Konfessionsfreien", titelte ein Beitrag im neuen Magazin. „Kaum jemals zuvor sind die Differenzen in der säkularen Szene deutlicher zutage getreten, als aktuell", stellte Hummitzsch zum Streit um die Frage fest, ob die Mitgliedschaft in einer humanistischen Organisation nun ein „Bekenntnis" aus weltanschaulicher Perspektive darstellt oder nicht.
Vor kontroversen Themen scheute Hummitzsch auch schon vor rund einem Jahr nicht zurück. "Zu bedenken gibt, dass die CDU/CSU noch von 22 Prozent der Konfessionsfreien gewählt wurden", meinte er damals zu Studien in Bezug auf die Kirchenparteien und handelte sich prompt viel Kritik von FDP-Anhängern ein.
Der Chef des neuen HVD-Magazins realisiert die Brisanz in der Debatte um den Bekenntnis-Charakter angesichts der tiefen Skepsis vieler Atheisten, wenn er erklärt: „Dass unter diesen Voraussetzungen der KORSO überhaupt noch existiert, ist verwunderlich." Denn Hummitzsch weiß, wie intensiv diese Frage säkulare Sympathisanten beschäftigt, „die befürchten, dass man als Bekenntnisverband unfreiwillig in die Nähe einer Glaubensgemeinschaft gerate."
