Eine Fest für alle, die nicht getauft sind
Alternative zur Konfirmation: Auch in Fürth kann man sich für die humanistische Jugendfeier entscheiden - 27.07. 16:00 Uhr
FÜRTH/NÜRNBERG - Christliche Feste wie Kommunion und Konfirmation spielen in vielen Familien eine wichtige Rolle. Wer nicht religiös ist, dem bietet der Humanistische Verband Bayern mit der Jugendfeier eine Alternative. Unlängst fand eine solche in Nürnberg statt. 60 Jugendliche und knapp 500 Angehörige feierten den symbolischen Übergang ins Erwachsenenleben. Einer davon war der 14-jährige Gymnasiast Adrian Röbke vom Helene-Lange-Gymnasium Fürth.
Über mangelnden Zulauf kann sich der Humanistische Verband Bayern nicht beklagen. „Wir hatten heuer die Rekordanmeldung von 60 Jugendliche und haben erstmals bei der Vorbereitung für Fürth eine eigene Gruppe gebildet", erzählt Anita Häfner, Sozialpädagogin und verantwortlich für die Jugendfeier.
Ein halbes Jahr dauerte die Vorbereitung. Zu den Pflichtveranstaltungen gehören die Themen Humanismus, Übersinnliches und ein Besuch im Turm der Sinne in Nürnberg. Die Jugendlichen befassen sich auch mit Themen wie Religion, machen beim Besuch des Blindencafés Grenzerfahrungen oder stärken das Gruppengefühl beim Klettern im Hochseilgarten.
„Für mich war ganz klar die dreitägige Fahrt nach Berlin mit dem Besuch des Reichstags der Höhepunkt", sagt Adrian Röbke. Er ist nicht getauft und besucht am HLG den Ethikunterricht. „Ich wollte auch eine Feier für mich haben", erklärt der groß gewachsene Teenager. Auf die Jugendfeier kamen die Röbkes durchs Internet.
Zu seinem großen Tag hat sich Adrian schick gemacht. Blaues Hemd, schwarze Hose und flott gestylte Haare. Die meisten jungen Erwachsenen tragen heute Cocktailkleid und Anzug. Zu flotter Musik nehmen sie ihren Platz auf der Bühne im Musiksaal der Nürnberger Symphoniker ein. „Die Jugendfeier hat ihre freigeistigen Wurzeln bereits im 19. Jahrhundert", erinnert der HVD-Vorsitzende Helmut Fink in seinem Grußwort an die lange Tradition und weißt darauf hin, „dass hier nichts geweiht wird", wie früher in der DDR, „aber wohl gefeiert wird".
