Humanisten diskutieren über ihre Symbole
„Es wurde unterlassen, eine Symbolik zu pflegen, die einen, sei es auch nur groben, humanistischen Wertekonsens widerspiegelt." Das meint der Vorsitzende des HVD-Landesverbandes in Hessen, Carsten Werner.
Während in Deutschland und auf europäischer Ebene um das Recht der Kirchen gestritten wird, das Kruzifix vor Heranwachsenden in Klassenzimmern aufzuhängen, stellt Werner die Frage nach der besten Symbolik für humanistische Organisationen. Er ist überzeugt, dass sich in der fehlenden Pflege von entsprechenden Kennzeichen auch eine Ursache für die mangelnde Wahrnehmung von Humanisten in Deutschland findet.
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Werner schlägt eine Alternative vor und plädiert für den zusätzlichen Einsatz des „Happy Human"-Symbols, wie es von der IHEU verwendet wird. Humanistische Organisationen könnten es ihren jeweiligen Kennzeichen hinzufügen. „Es symbolisiert dann so eine sichtbare gemeinsame Wertebasis, ohne die bestehenden Unterschiede in Details, Schwerpunkten oder Vorgehensweisen einzuebnen oder die Eigenständigkeit in Frage zu stellen", zeigt sich Werner überzeugt.
Bei Vertretern säkularer Organisationen in Deutschland stieß sein Vorschlag auf Skepsis, folgt man einem Bericht im Onlinemagazin diesseits. Michael Schmidt-Salomon, Vorstandssprecher der Giordano Bruno Stiftung, beurteilte so ein Symbol als prinzipiell „hilfreich", sprach sich aber nicht konkret für das von Werner vorgeschlagene Symbol aus. Die Freidenker in Berlin halten das Logo des KORSO für ausreichend.
Die Entstehungsgeschichte des bekannten Happy Human reicht knapp fünf Jahrzehnte zurück, die letzte Überholung des heutigen Designs erfolgte vor sechs Jahren. Andere Symbole von organisierten Freidenkern, Atheisten und Agnostikern waren in früheren Dekaden Feuerschalen oder Fackeln des Lichts. Der Humanistische Verband Deutschland führte sein aktuelles Logo erst vor wenigen Jahren ein.
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Ob die organisierten Humanisten in Deutschland für dieses Thema derzeit wirklich ein Ohr offen haben, ist unklar. „Der glückliche Mann, der die Hände hebt, als wolle er sich ergeben, war hierzulande nicht sehr erfolgreich", stellte Horst Groschopp, Leiter der Humanistischen Akademie, zum Ansinnen fest. Taugt es also nicht als humanistische Alternative zum toten Mann am Holzkreuz?
Fakt ist jedenfalls, dass sich die am besten angepasste Idee schließlich durchsetzen wird. Ob es einen logischen Zwang zu einer gemeinsamen Symbolik in der gemeinsamen Arbeit gibt - auch um gegenüber den allgegenwärtigen Kruzifixen und Kreuzen ein Gegengewicht in der Öffentlichkeit zu setzen, könnte ein strittiges Thema werden.
