Skip to main content

Humanisten im Fokus - Zerstörte Vielfalt: Ausstellungseröffnung am 15. März 2013

13. März 2013

Widerstand einer vielfältigen Bewegung und ihre Verfolgungsgeschichte

Kurz nach ihrem Machtantritt zerschlugen die Nationalsozialisten sowohl den Deutschen Freidenkerverband als auch den Bund Freier Schulgesellschaften.

Beide Organisationen befanden sich von Anfang an im Fadenkreuz der Nationalsozialisten. Die humanistischen Ideen und die fortschrittliche Pädagogik dieser Bewegung lehnten sie ab. Ende Februar 1933 ordnete das Kultusministerium die Auflösung der weltlichen Schulen an. In Berlin gab es 52 dieser Schulen. Am 15. März besetzten SA-Trupps die Zentrale des Deutschen Freidenkerverbands. In der Folge löste die Gestapo den Verband auf.

Die Freidenkerbewegung hat ihre Ursprünge im 1905 gegründeten „Verein der Freidenker für Feuerbestattung“ und entwickelte sich in der Weimarer Republik zu einer wichtigen kulturpolitischen Organisation der Arbeiterbewegung. Der Bund Freier Schulgesellschaften entstand 1920 und widmete sich dem Kampf um die Weltlichkeit und die Demokratisierung des Schulwesens. Beide Organisationen zählten in Berlin zu den bedeutendsten Zweigen der humanistischen Bewegung.

Im Rahmen der Ausstellung werden das Vorgehen der NS-Institutionen gegen diese beiden Teile der humanistischen Bewegung und der Widerstand von Menschen aus dieser Bewegung auf 20 Ausstellungstafeln gezeigt. Im Mittelpunkt stehen ein Dutzend Biographien von Humanist/-innen, die sich gegen das NS-Regime aufgelehnt haben. Dazu gehören der Vorsitzende des Deutschen Freidenkerverbands, Max Sievers, sowie Hanno Günther, Kopf einer Widerstandsgruppe, die überwiegend aus Absolvent/-innen der weltlichen Rütlischule bestand. Beide bezahlten ihren Widerstand mit dem Leben.

Die Ausstellung, die im Rahmen des Themenjahres „Zerstörte Vielfalt“ stattfindet, wird am Freitag, den 15.3.2013 um 17.00 Uhr im Foyer (1.Etage) des Rathauses Kreuzberg, Yorckstr. 4-11, eröffnet und ist dort bis zum 12.4 zu sehen.

Anschließend wird sie in weiteren Bezirken gezeigt werden:

  • 15.4. bis 15.5. Rathaus Schöneberg, John-F-Kennedy-Platz
  • 16.5. bis 14.6. Gemeinschaftshaus Gropiusstadt, Bat-Yam-Platz 1
  • 29.7. bis 23.8. Rathaus Spandau, Carl-Schurz-Str. 2/6
  • 26.8. bis 20.9. Rathaus Pankow, Breite Str. 24a
  • 23.9. bis 18.10. Rathaus Wilmersdorf, Fehrbelliner Platz 4
  • 18.10. bis 15.11. Ausstellungszentrum Pyramide, Riesaer Str. 94, Hellersdorf
  • 18.11 bis 18.12. Rathaus Treptow, Neue Krugallee 4

Eine Projektsäule, die auf die Ausstellung hinweist befindet sich in Neukölln, einer alten Hochburg der Humanistischen Bewegung, an der Ecke Erkstraße / Donaustraße.

VorschauAnhangGröße Projektsäule: Zerstörte Vielfalt 1 (JPG) 722.08 KB Projektsäule: Zerstörte Vielfalt 2 (JPG) 744.2 KB