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Im Frühling des Lebens

Berlin wird erwachsen. In diesen Wochen feiern viele 14-Jährige Jugendweihe oder Konfirmation. Beide Riten liegen wieder im Trend.

Mehr als 400 Jugendliche und ihre Familien sitzen am Sonnabendvormittag festlich gekleidet im Friedrichstadtpalast. Jeder Einzelne von ihnen wird namentlich auf die Bühne gebeten und bekommt eine Blume überreicht, Sozialsenatorin Carola Bluhm (Linke) und die grüne Spitzenkandidatin Renate Künast sind als Festrednerinnen gekommen. Es ist der erste von fünf Terminen in diesen Wochen der Jugendfeiern, zu denen in diesem Frühling mehr als 2000 Achtklässler kommen.

Auch Sofia Stiegert ist zum Friedrichstadtpalast gekommen. Dabei wird ihre Jugendfeier erst in vier Wochen stattfinden. Doch sie ist die 50 000. Teilnehmerin seit 1991. Deshalb wird sie im Foyer von Renate Künast persönlich begrüßt: Auf der Treppe posieren sie für ein gemeinsames Foto, danach fährt Sofia wieder heim.

Die Feier will sie sich nicht ansehen. Um sich die Überraschung nicht nehmen zu lassen.

Vor acht Jahren war Sofia auf der Jugendweihe ihrer Cousine, „seither hatte ich das im Kopf". Die Schülerin der Herder-Oberschule ist bulgarisch-orthodox getauft, in ihrer Religion gibt es weder Konfirmation noch Firmung. Deshalb hat sich Sofia für die Jugendfeier entschieden. Ein halbes Jahr lang hat sie am Vorbereitungsprogramm teilgenommen, in dem unter anderem diskutiert wurde, was es heißt, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Was sie sich von dem Festakt erwartet? Von den Erwachsenen künftig etwas ernster genommen zu werden, sagt die 14-Jährige. Und auch Katja Stiegert, ihre Mutter, blickt dem Ereignis mit Nervosität entgegen. Sie glaubt, dass danach der schwierige Prozess des Loslassens beginnt, „die Jugendfeier ist ein erster Schritt in diese Richtung."

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"Was ich im Leben tun werde, ist nicht vorbestimmt"