Kritik an Wowereit: Kein Jubel wegen Papstbesuch
Berliner Humanisten haben Erklärungen des Regierungen Oberbürgermeisters Wowereit kritisiert. „Berlin freut sich auf Papst Benedikt XVI.", meinte Wowereit zuvor. Außerdem erklärte er wiederholt, der Papst sei in der Stadt herzlich willkommen. „Dass der Regierende Bürgermeister sein Ohr so wenig bei den Berliner Bürgerinnen und Bürgern hat und so tut, als gäbe es keine Gegenstimmen zum Papstbesuch, ist sehr bedauerlich", hieß es dazu.
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„Der Besuch des Papstes ist nicht für alle Berlinerinnen und Berliner ein wichtiges Ereignis. Nicht umsonst haben sich zahlreiche Organisationen und Gruppen zu einem Bündnis zusammengeschlossen, welches den Papstbesuch nicht unkommentiert lassen will", stellte man nun beim Humanistischen Verband in Berlin fest.
Auf Initiative des Berliner Lesben- und Schwulenverbandes hatte sich ein Netzwerk aus über 20 Organisationen formiert. Unter dem Slogan „Der Papst kommt" soll während Benedikts XVI. Besuch deutlich gemacht werden, dass man von den irrationalen und diskriminierenden Ansichten und der Politik dieser einflussreichen Kirche nichts hält.
„Als Oberhaupt der katholischen Kirche trägt Papst Benedikt XVI. eine wesentliche Verantwortung dafür, dass seine Kirche bis heute nicht unvoreingenommen mit staatlichen Stellen kooperiert, um die Missbräuche von Schutzbefohlenen in ihren Institutionen lückenlos aufzuklären. Dies ist nicht akzeptabel", so die Berliner Humanisten weiter. Auch für die mittelalterliche Haltung der Kirche in Fragen der selbstbestimmten Lebensgestaltung gibt es kein Verständnis.
