Skip to main content

„Absurde Argumente endgültig vom Tisch geräumt“

26. Juli 2012

Nach Klageabweisung durch Bremer Verwaltungsgericht: Bundesbeauftragte plädierte dafür, stärker auf bereits bewährte Konzepte zu setzen.

„Der Wille der Eltern hätte von den Richterinnen und Richtern deutlich stärker gewürdigt werden müssen“, sagte heute Ulrike von Chossy, Bundesbeauftragte für humanistische Schulen und Leiterin der Humanistischen Grundschule Fürth, aus dem Präsidium des Humanistischen Verbandes Deutschlands zu der gestern veröffentlichten Begründung der Entscheidung des Verwaltungsgerichts Bremen, den Antrag einer Elterninitiative auf Zulassung einer Humanistischen Schule nicht positiv zu bescheiden.

Das Verwaltungsgericht Bremen hatte am 24. April 2012 in zweiter Instanz eine Klage abgewiesen, mit der eine Genehmigung der Humanistischen Schule in freier Trägerschaft erreicht werden sollte. Am Mittwoch wurde die Begründung veröffentlicht.

Das Gericht begründete die Abweisung der Klage zunächst damit, dass der Antrag mit der Gesamtkonzeption des Bremer Schulsystems, das von einer 4-jährigen Grundschule ausgeht, nicht zu vereinbaren sei.

Die Ursache dafür ist, dass seit Einreichung des Antrags vor dreieinhalb Jahren das Bremer Schulsystem verändert wurde. Das Gericht stellte zudem fest, dass die weltanschauliche Prägung der Schule im vorgelegten Konzept nicht genug erkennbar gewesen sei.

„Im Ergebnis bedauern wir nun sehr den Ausgang dieses Verfahrens“, so von Chossy zur Entscheidung. „Wir hoffen jetzt trotzdem, dass die Eltern in Bremen weiter am Ziel der Gründung einer Humanistischen Schule festhalten können. Ich sehe jedenfalls bessere Erfolgsaussichten, wenn die Humanistinnen und Humanisten in Bremen bei einem neuen Anlauf doch eindeutig auf das bewährte Konzept setzen, mit dem wir früher bereits positive Erfahrungen machen konnten.“

Dabei verwies sie auf die erfolgreiche Entwicklung der Humanistischen Grundschule im bayerischen Fürth und die vorliegende Genehmigung einer weiteren Humanistischen Schule in Berlin. „Trotz der Abweisung der Klage beurteilen wir es als gutes Zeichen, dass auch durch das Bremer Verwaltungsgericht der Charakter des Humanismus als eigenständiger Weltanschauung bekräftigt worden ist“, betonte Ulrike von Chossy außerdem.

„Nun sollten endgültig die absurden Argumente vom Tisch geräumt sein, wie sie noch zu Beginn dieses Verfahrens vorgebracht wurden, um die Gründung einer Humanistischen Schule zu verhindern.“

Schließlich unterstrich sie die Auffassung des Präsidiums des Bundesverbandes, dass alle künftigen Projekte sorgfältig vorbereitet werden müssen, um die den Anliegen von Humanistinnen und Humanisten gegenübergestellten Hürden überwinden zu können.

Von Chossy: „Hier benötigen wir nicht nur Mut, Tatkraft und oft auch brennende Geduld, sondern ebenfalls das richtige Augenmaß. Entscheidend für die weitere praktische Arbeit bleibt, dass bei den Vorhaben und Anliegen stets ein unverwechselbarer humanistischer Kern klar und unmissverständlich erkennbar wird.“