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Humanistische Lebenskunde ist ein starker Träger der Wertebildung

12. Januar 2014

Ein echtes Erfolgsmodell: In Berlin nehmen Zehntausende Schülerinnen und Schüler am Lebenskundeunterricht teil. Am Dienstag wird die Zulassung in Nordrhein-Westfalen verhandelt.

Rund acht von zehn Grundschülern in der Hauptstadt besuchen derzeit einen wertebildenden Unterricht: mit seinen rund 55.000 Teilnehmern ist die Humanistische Lebenskunde in Berlin und Brandenburg mittlerweile ein Spitzenreiter unter den bekenntnisorientierten Fächern. Am Dienstag wird das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster über die Zulassung des Schulfachs in Nordrhein-Westfalen verhandeln. Der Humanistische Verband Deutschlands (HVD) erwartet eine positive Entscheidung.

„Die Zulassung von Humanistischer Lebenskunde in Nordrhein-Westfalen würde ein großer Schritt auf dem Weg der Gleichstellung von nichtreligiösen Menschen sein“, sagt HVD-Präsident Frieder Otto Wolf zur Verhandlung am Dienstag. „Der Schritt ist überfällig, nachdem sich in Berlin und Brandenburg deutlich gezeigt hat, dass unser Angebot bei vielen Eltern und Schülern auf Zustimmung trifft. Hier ist Humanistische Lebenskunde neben den bekenntnisorientierten Fächern der Religionsgemeinschaften ein starker Träger der Wertebildung geworden.“

Das Verfahren in Nordrhein-Westfalen läuft seit sechs Jahren, nachdem im Juli 2007 das Schulministerium einen Antrag auf Zulassung abgelehnt hatte. Zur Begründung hieß es damals, dass Religionsunterricht gegenüber weltanschaulichen Alternativfächern durch das Grundgesetz privilegiert sei. Dieser Auffassung schloss sich zwar vier Jahre später auch das Verwaltungsgericht Düsseldorf an – es steht mit der Entscheidung aber im eindeutigen Widerspruch zu den Vorschriften des Grundgesetzes.

Denn dieses schützt nicht nur ausdrücklich den Religionsunterricht, sondern schreibt auch in Artikel 140 i.V.m. Art. 137 der Weimarer Reichsverfassung die Gleichbehandlung der Religionsgemeinschaften und der nichtreligiösen Weltanschauungsgemeinschaften vor.

„Wir hoffen, dass das OVG Münster diese Tatsache berücksichtigt und zugunsten der Zulassung der Humanistischen Lebenskunde entscheidet“, so Frieder Otto Wolf weiter.

„In zahlreichen unserer Projekte und Tätigkeitsbereiche, darunter die staatlich genehmigte humanistische Grundschule im fränkischen Fürth und die Zulassung des Schulfachs in Bayern, ist diese vom Grundgesetz vorgesehene Gleichstellung der Weltanschauungsgemeinschaften in den vergangenen Jahren bestätigt worden. Eine Absage an den Lebenskundeunterricht würden wir als verfassungswidrigen Schlag in das Gesicht der vielen Menschen empfinden, an die sich unser Angebot richtet.“

Weiterführende Informationen

www.lebenskunde.de
www.humanistische-schule.de

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