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„Nur ein gerechtes, offenes und säkulares Europa hat Zukunft“

22. April 2014

Humanisten rufen zur Beteiligung an der Europawahl 2014 auf. Antworten der Parteien auf die Wahlprüfsteine des Humanistischen Verbandes Deutschlands in Berlin vorgestellt.

Humanistische Ideen und Überzeugungen gehören zum Fundament des modernen Europa. Das hat der Präsident des Humanistischen Verbandes Deutschlands, Frieder Otto Wolf, anlässlich der Vorstellung der Antworten der Parteien auf die Wahlprüfsteine des Verbandes zu den kommenden Wahlen zum Europäischen Parlament betont.

„Frieden, Wohlstand, die Teilhabe an Bildung, Politik und Kultur sowie die Möglichkeit für alle Bürgerinnen und Bürger zu einem selbstbestimmten Leben in sozialer Verantwortung waren mal zentrale Motive für das europäische Projekt“, sagte Wolf am Dienstagvormittag in Berlin. „In einem Monat wird sich entscheiden, ob unsere Staatengemeinschaft trotz der vielfältigen, tiefen Krisenlagen an diesen grundlegenden Orientierungen festhalten kann.“

Bei der anstehenden Europawahl, die am 25. Mai 2014 in Deutschland erfolgt, können die Wahlberechtigten über die Verteilung der 751 Sitze des Europäischen Parlaments für die nächsten fünf Jahre abstimmen. 96 Sitze werden Abgeordnete aus Deutschland beziehen und an dieser Stelle entscheidenden Einfluss auf das Leben aller Menschen in der Europäischen Union (EU) nehmen können.


Frieder Otto Wolf: Beteiligung an der Europawahl 2014 ist entscheidend.

Ausgehend von den Leitprinzipien einer modernen, säkularen und humanistischen Weltanschauung hatte der Verband deshalb Fragen an die derzeit mit Abgeordneten im Europäischen Parlament vertretenen deutschen Parteien verschickt. Die Antworten sollen Wählerinnen und Wählern als Orientierungshilfe dienen, die mit ihrer Entscheidung das Projekt eines „Europas für die Menschen“ erhalten und voranbringen möchten. „Nur ein gerechtes, offenes und säkulares Europa hat Zukunft“, unterstrich Frieder Otto Wolf hier.

Bedeutend sind die Antworten der Parteien unter anderem aus Perspektive der Stimmberechtigten in Deutschland, die keiner Konfessionsgemeinschaft angehören. EU-weit glauben laut Eurobarometer rund 100 Millionen Menschen nicht an einen Gott, viele weitere gehören keiner der großen Religionsgemeinschaften an. Auf nationaler und internationaler Ebene existieren trotzdem vielfältige Benachteiligungen von konfessionsfreien und nichtreligiösen Menschen, ebenso wie gegenüber Frauen und Personen ohne heterosexuelle Identität.

Aus humanistischer Sicht besteht auch über diese konkreten Diskriminierungen hinaus ein erheblicher Bedarf für die Entwicklung der Perspektive einer zukunftsfähigen Europäischen Union, die sich ihre große Vielfalt aktiv bewusst macht und ihre Verantwortung für alle Menschen in der EU als Teil der globalen Weltgemeinschaft wahrnehmen kann.

Deshalb bieten die Auskünfte der Parteien zu den Wahlprüfsteinen wertvolle Informationen und Orientierungen für alle, die sich um den Erfolg des europäischen Projekts sorgen. Die Wahlprüfsteine können aber schließlich auch für Wählerinnen und Wähler als Grundlage dienen, sich mit ihren Fragen direkt an die Kandidatinnen und Kandidaten zu wenden oder eigene Wahlaufrufe zu formulieren.

Frieder Otto Wolf sagte weiter: „Es ist entscheidend, dass die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland sich an dieser Möglichkeit zur demokratischen Mitwirkung beteiligen und am 25. Mai mit ihrer Stimme wählen. So können sie dem neuen Parlament eine größtmögliche Legitimation zur Bewältigung der enormen Herausforderungen geben, denen wir uns als europäische Gemeinschaft heute gegenübersehen.“

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Europawahl 2014: Positionen der Parteien5.02 MB