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„Offenheit, Fairness und Toleranz sind unverzichtbare Werte“

17. August 2012

Frieder Otto Wolf forderte Präsidium des Deutschen Olympischen Sportbundes und IOC-Mitglieder zur Auskunft über die Politik gegen Diskriminierungen im Sport auf.

Humanistinnen und Humanisten lehnen die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihres Geschlechtes oder ihrer sexuellen Identität ab. Daran hat Frieder Otto Wolf, Präsident des Humanistischen Verbandes Deutschlands, am vergangenen Mittwoch in einem Schreiben an den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und die Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) aus dem DOSB erinnert.

Zuvor hatte es im Zuge der Olympischen Spiele 2012 vermehrt Berichte gegeben, in denen auf schlechte gesellschaftliche Rahmenbedingungen für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transsexuelle (LGBT) im Sport hingewiesen wurde.

Beachtung hatte unter anderem der sehr geringe Anteil von offen homosexuellen Sportlerinnen und Sportlern erfahren. Von den rund 10.000 Athletinnen und Athletinnen, die bei den diesjährigen Spielen in London teilgenommen hatten, gab es nur 23 offen homosexuelle Menschen. Ein Treffpunkt für schwule und lesbische Sportlerinnen erhielt keine Unterstützung durch das IOC und keinen Platz auf dem olympischen Gelände.

In über einem Drittel der Teilnehmerstaaten wird Homosexualität bis heute kriminalisiert. Britische Menschenrechtler kritisierten zudem, dass die weiblichen Olympioniken in Wettkämpfen und bei Siegerehrungen benachteiligt werden.

„Die Benachteiligung von Menschen, die nicht die sexuelle Identität von Mehrheiten in der Gesellschaft  besitzen, sollte sich weder bei einem Ereignis wie den Olympischen Spielen noch im deutschen Sport selbst fortsetzen oder anders weiter etablieren“, sagte Wolf. Er beurteilte es als „erschreckenden Missstand“, dass Menschen zum Erhalt ihrer sportlichen Karriere offenbar die eigene sexuelle Identität verleugnen müssen. „Und auch wenn der Sport möglicherweise eine historische Domäne von Männern sein mag, sollten die Leistungen der Sportlerinnen heute von gleicher Bedeutung sein.“

Im Schreiben machte Frieder Otto Wolf dem Präsidium des DOSB schließlich deutlich, bald Antworten auf die von ihm aufgeworfenen Fragen über die Lage von LGBT im Sport sowie die Politik des DOSB und des IOC zur Verringerung von Geschlechterdiskriminierung und Homophobie erhalten zu wollen.

Denn Diskriminierungen aufgrund des Geschlechtes widersprechen den Grundsätzen der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen und denen der Olympischen Charta. „Offenheit, Fairness und Toleranz sind unverzichtbare Werte, die im Sport und gerade bei solchen Themen zu keiner Zeit aufgegeben werden dürfen.“