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"Reformer haben keinen Unterstützer gewonnen"

Mit Rainer Maria Woelki regiert ein linientreuer Anhänger von Benedikt XVI. das Hauptstadt-Bistum.

Hält man Mythen für Tatsachen, dann hat ein Gott am 30. Juni 2011 das Leben vom früheren Berliner Erzbischof Georg Sterzinsky nach langer Krankheit enden lassen. Die Nachfolge im Amt wurde nur zwei Tage später vom katholischen Kirchenführer Benedikt XVI. bekannt gemacht: Der bisherige Kölner Weihbischof Dr. Rainer Maria Woelki, früherer Geheimsekretär des berüchtigten Bibelauslegers Joachim Meisner, wird in die Spree-Metropole versetzt. Am 27. August 2011 soll Woelki ins Amt eingeführt werden. Ziele des konservativen Katholiken sind unter anderem, die gesamte Bevölkerung im Bistum zum altertümlichen Bibelglauben zu bekehren und das etablierte Netzwerk der Kirchenpolitiker zu dirigieren.

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Bei der heutigen Pressekonferenz wollte der Ex-Kölner den Anwesenden dann tatsächlich weismachen, die Kirche sei keine Moralanstalt, „die mit dem Zeigefinger herumfuchtelt." Der neue Lokalchef der katholischen Kirche betonte indes auch, dass alle Menschen „unabhängig von ihrer Veranlagung" Respekt und Achtung verdienten. Kaum jemand wunderte sich darüber, was es wohl heißt, wenn solche Haltungen von Kirchenvertretern vor Amtsantritt tatsächlich noch bekräftigt werden müssen. Woelki jedenfalls wolle mit Schwulen und Lesben reden, was das Nachrichtenportal queer.de schließlich umgehend als ein „Zugehen" deutete.

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„Die Reformer innerhalb der katholischen Kirche in Berlin und Deutschland haben mit Woelkis Ernennung keinen Unterstützer gewonnen", resümierte man so beim Humanistischen Verband in Berlin Rainer Maria Woelkis ersten Auftritt. „Die Entscheidung des Vatikans, Woelki in das Berliner Bischofsamt zu heben, passt zu dessen reaktionärer Rollback-Strategie, die er an den Tag legt und mit der er das Rad der Geschichte zurückzudrehen und die eigenen Dogmen zur staatlichen Norm anderer Länder zu erheben sucht. Der Flügel der katholischen Kirche um den derzeitigen Papst sowie den einflussreichen Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner und andere konservative Kräfte steht für eine menschenverachtende Sexualmoral, für Frauen- und Demokratiefeindlichkeit. Diese Kritik teilen auch gläubige Katholikinnen und Katholiken in Berlin. Daher wird sich auch ein Herr Woelki am liberalen und freigeistigen Berlin noch die Zähne ausbeißen", meinte der Berliner HVD-Vorsitzende Bruno Osuch. Die Befragung von Rainer Maria Woelki machte zudem eine „famose Unkenntnis" der Berliner Verhältnisse deutlich, hieß es.

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