Wo der Mittelwächter früher seinen Dienst tat

Besuch im Mohrenturm am Westtor der Stadtmauer

NÜRNBERG - In unserer Reihe »Turmgeschichten« klopfen wir an die Türen der Türme entlang der Stadtmauer – und bitten um einen Blick ins Innere. Heute: Der Mohrenturm am Westtor, der seit ein paar Jahren das Museum »Turm der Sinne« (TdS) beherbergt.

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Schwer zerstört

Als Nürnberg Ende des Zweiten Weltkriegs im Feuerschein der Bombennächte unterging, bekam auch der Mohrenturm einen Treffer ab. Bei der Restaurierung des schwer zerstörten Bauwerks wurde ein zusätzliches Stockwerk oben aufgesetzt – was man von außen bis heute erkennen kann. In den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts nutzte der Humanistische Verband Deutschlands (HVD) den Mohrenturm für seine Jugendarbeit.

Aus der heraus entstand der »Turm der Sinne«, der als Mitmachausstellung über Sinnestäuschung und Sinneswahrnehmung startete und heute ein fest installiertes Museum im Hands On-/Science Center-Format ist. Das heißt: Hier dürfen die Besucherinnen und Besucher nicht nur an zahlreichen Stationen selbst Hand anlegen und ausprobieren, sondern sie sollen es ausdrücklich tun.

Publikumsmagnet

2003 wurde das Museum »Turm der Sinne« eröffnet und ist seither ein Publikumsmagnet – trotz des beengten Platzes von gerade mal 120 Quadratmetern auf sechs Stockwerken. Kein Wunder, dass das TdS-Team seit Jahren auf die zehn Meter Wehrgang spechtet, die jedem Turmmieter zustehen. Mit dem Beuchet-Stuhl hätte das Museum auch eine weitere Attraktion in seinem umfangreichen Archiv, die hier perfekt Platz finden würde, doch leider dient der Wehrgang als Fluchtweg und darf nicht mit einer weiteren optischen Täuschung zugestellt werden.

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