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World Humanist Day (Welthumanistentag)

Internationaler Feiertag am 21. Juni jeden Jahres.

Eine alte Tradition mit modernem Sinn: Schon seit Jahrtausenden nutzen vielen Kulturen der Welt das astronomische Ereignis der Sonnenwenden, um Feste zu feiern. Auch eine wachsende Zahl nichtreligiöser Menschen nimmt seit einigen Jahrzehnten die Sommersonnenwende zum Anlass, am „längsten Tag des Jahres“ den Dialog über ihre Überzeugungen und Erfahrungen zu erneuern und sich bei gemeinsamen Feiern zu begegnen, wiederzusehen und auszutauschen.

Was können Humanistinnen und Humanisten an diesem besonderen Tag im Jahr machen?

  • die Verabschiedung von Erklärungen anlässlich des Feiertages durch demokratisch gewählte Interessenvertretungen gegenüber der Öffentlichkeit
  • eine Matinee, ein Picknick oder eine Party
  • feierliche Zeremonien, welche die besondere Bedeutung des Tages („Helligkeit“ und „Dunkelheit“) reflektieren und hervorheben
  • öffentlichkeitswirksame Aktivitäten, Podiumsdiskussionen und Filmvorführungen

Das sind nur einige Möglichkeiten, wie der internationale Feiertag auf eine würdige und verbindende Weise begangen werden kann – und um zusammen neu Kraft zu schöpfen, zurückzublicken und gemeinsam neue Perspektiven zu entwickeln.

Denn trotz zahlreicher Fortschritte, die im Kleinen stattfinden, sind humanistische Haltungen, Überzeugungen und Ideen an so gut wie keinem Ort der Welt selbstverständlich. Tiefgreifende wirtschaftliche und andere Krisenlagen in Europa, ein weitverbreitetes radikal egoistisches und oft rein ökonomisch orientiertes Denken sowie extremistische Stimmungsmache finden wir heute gleichermaßen häufig vor wie das Aufblühen esoterischer, fundamentalistischer sowie anti-demokratischer und rechtspopulistischer Stimmen oder Organisationen in unserer Gesellschaft. Die allgemeinen Errungenschaften eines offenen, demokratischen, friedlichen sowie von Aufklärung und Vernunft geleiteten Gemeinwesens bedürfen der ständigen Erneuerung. Der jährliche Welthumanistentag bietet ebenfalls einen hervorragenden Anlass, sich hier gemeinsam über die Handlungsoptionen zu vergewissern.

Eigene Veranstaltungen bekannt machen

Wo immer Humanistinnen und Humanisten an diesem wichtigen Feiertag zu eigenen Aktionen und Veranstaltungen einladen, sollen diese möglichst bekannt werden! Daher bieten wir in diesem Jahr an, alle Veranstaltungen auf einer eigenen Seite im Internet in übersichtlicher und sortierter Form zu bewerben. Möglichst viele Menschen sollen sich schließlich auf einfache Weise über ein Ereignis in ihrer Nähe informieren können, um so die Gelegenheit zu finden, gleichgesinnte Menschen zu begegnen, kennenzulernen und mit ihnen an diesem Tag zu feiern.

Sendet einfach alle wichtigen Daten und eine kurze Beschreibung der Veranstaltung an event@welthumanistentag.de, damit sie auf www.welthumanistentag.de bekannt gemacht werden kann.

Hintergrund: Entstehungsgeschichte des World Humanist Day

Ausgehend von Vereinigungen von konfessionsfreien Menschen in den Vereinigten Staaten haben sich die Feierlichkeiten anlässlich der Sommersonnenwende mit der Zeit auch in anderen Ländern verbreitet. Im Rahmen einer internationalen Konferenz in der norwegischen Hauptstadt Oslo wurde am 21. Juni 1986 dieser Tag schließlich als World Humanist Day – Welthumanistentag – zum internationalen Feiertag für Menschen erklärt, die ihr Leben ohne die Orientierung an religiösen Vorstellungen und auf Basis weltlicher humanistischer Ideen und Überzeugungen führen. Der Feiertag soll dazu dienen, an die zentralen Werte und Prinzipien des Humanismus zu erinnern: vernunftorientiertes und rationales Denken, Selbstbestimmtheit, Individualität, Solidarität und Mitgefühl sowie die Gewissheit, dass alle Menschen nur ein einziges Leben besitzen.

Für Schüler und Eltern in Berlin

Im Dezember 2014 hat die Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft mitgeteilt, dass der Feiertag entsprechend der Regelungen für religiöse Feiertage in die neue Ausführungsvorschrift (AV) Schulbesuchspflicht aufgenommen wurde. Dies gibt seitdem humanistischen Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, sich zur Pflege ihrer Feierkultur auf Antrag beurlauben zu lassen.

„Der Welthumanistentag soll humanistischen Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit geben, über den Zusammenhalt und das Miteinander in unserer Gesellschaft nachzudenken und ihre Feierkultur zu pflegen“, so Bildungssenatorin Sandra Scheeres.

Die Entwicklung der Teilnehmerzahlen für das Fach Lebenskunde sind kontinuierlich steigend. Während im Jahr 2007/2008 noch 44.758 Kinder am Lebenskundeunterricht teilnahmen, sind es im Jahr 2013/2014 bereits 55.559 und im Schuljahr 2014/15 55.689 Schülerinnen und Schüler.

Der Humanistische Verband Berlin-Brandenburg hatte um Aufnahme des Welthumanistentages in die AV Schulbesuchspflicht gebeten. Schülerinnen und Schüler werden nun auf Antrag von der Schulleiterin oder dem Schulleiter für den Welthumanistentag beurlaubt. Der Tag gilt, wie die freien Tage aus religiösen Gründen, als unterrichtsfreier Tag und nicht als Fehltag. Die Beurlaubung setzt das Bekenntnis zur humanistischen Weltanschauung, wie sie der Verband vertritt, voraus.