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Zeugt Kernenergie von unhumanistischer Politik?

Die Zeiten von Energie aus der Kernspaltung neigen sich dem Ende zu. Während die defekten Reaktoren in Japan weiter zerfallen, haben sich in Deutschland fast alle bedeutenden Institutionen der klaren Absage an ein wenig beeindrucktes „Weiter so" in der Energiepolitik verschrieben.

Aber dass traditionelle Kernkraft nur eine Übergangslösung ist, war schon lange vor der Naturkatastrophe in Japan keine neue Weisheit. Erheblicher ist die Frage, wie auf die Fakten reagiert werden soll. Nicht nur in den Kirchen, auch beim Humanistischen Verband hat man nun Stellung bezogen. Deutlich wird vor allem, dass die Debatte erst ganz am Anfang steht.
„Atomenergie ist unhumanistisch, ihre Nutzung widerspricht der humanistischen Weltanschauung. Und außerdem jeder Vernunft. Abschalten - alle!" Mit diesen klaren Worten kommentierte Michael Bauer, Geschäftsführer vom Humanistischen Verband in Nürnberg, bereits am Montagabend für eine mögliche Konsequenz aus den Ereignissen in Japan.

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Drei Prinzipien für kommende Debatten skizzierte gestern Frieder Otto Wolf, Vorsitzender des HVD-Bundesverbandes, in einer Stellungnahme. Wolf, einst Mitglied im Europäischen Parlament für die Grünen, verwies auf „die grundsätzliche Ungeteiltheit der Natur", das Prinzip des pfleglichen Umgang mit unseren Lebensgrundlagen und die rationale Notwendigkeit, die Augen nicht vor der Wirklichkeit zu verschließen.
Ein weiterer Betrieb von traditionellen Kernkraftwerken, so Wolf, lässt sich seiner Ansicht nach nur rechtfertigen „wenn es entweder ganz unvermeidlich ist oder aber durch sehr hohe Ziele und Werte gerechtfertigt werden könnte, die schwerer wiegen als das durch derartige Katastrophen ausgelöste Leiden."

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„Kein Versagen der Kernenergie" wegen des Ausfalls technischer Sicherungssysteme sieht zunächst Prof. Heinz Oberhummer, Kernphysiker und wissenschaftlicher Beirat der Giordano Bruno Stiftung, nach den besorgniserregenden Ereignissen in den japanischen Kernkraftwerken.
Oberhummer betont nochmals, dass das dem Tsunami vorausgegangene Beben einen Wert von 9,0 auf der Richter-Magnituden-Skala hatte. Es wurde fünfmal mehr Energie freigesetzt als bei einem Beben mit dem Wert 8,5 - die technische und öffentlich bekannte Spezifikation der Kraftwerke. Durch die Katastrophe in Japan sieht er jetzt in jedem Fall „viele neue Fakten zur Frage geschaffen, wie gefährlich unsere Kernkraft wirklich ist."

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